Moratorium für Main-Weser-Bahn Geplanter Ausbau wirft viele Fragen auf
Ist ein Ausbau einer Güterzugtransitstrecke (was für ein Wort!) durch dicht besiedelte Gebiete noch zeitgemäß? Ich glaube das, auch angesichts der möglichen Gefahren, nicht -- ein Appell an die Deutsche Bahn.
Der CDU-Bundestagskandidat Matthias Zimmer hat die Deutsche Bahn aufgefordert, den geplanten viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn noch einmal zu überdenken. Zimmer verwies darauf, dass die Streckenführung für Güterverkehr durch Wohngebiete nicht mehr der Zeit entspreche und angesichts der vielen Gefahrguttransporte und der Störanfälligkeit des Güterverkehrs auch eine unmittelbare Gefährdung nach sich ziehen könne. „Das Unglück in Viareggio sollte all denjenigen die Augen öffnen, die den Güterverkehr auf neuen Trassen immer noch durch dicht besiedelte Gebiete führen wollen“, so Zimmer.
Zimmer argumentierte, dass der geplante Ausbau vor allem dem nationalen und internationalen Durchgangsverkehr zugute kommen werde. Es sei aber nicht einsichtig, warum solche Trassen nicht an Ballungsgebieten vorbei geführt werden könnten. Hier sei eine erneute kritische Bewertung notwendig. Darüber hinaus stelle die geplante Trassenführung mit ihren bis zu 14 Metern über der Wiesenebene gelegenen Lärmschutzwänden eine städtebauliche Monstrosität dar. „Hier werden organisch gewachsene Stadtteile endgültig zerschnitten, die Sichtbeziehungen verbaut, und der zusätzlich entstehende Lärm belastet viele tausend Menschen“, so Zimmer.
Zimmer verwies darauf, dass der bis 7. September offen liegende Planfeststellungsbeschluss noch nicht rechtskräftig festgestellt sei. Dies biete eine Chance, eine für Anwohner belastende und für die Stadt Frankfurt letztendlich ebenso wie für die Deutsche Bahn mit Sicherheitsfragen belastete Planung auszusetzen. „Ein Moratorium, also ein Aufschub oder eine vorläufige Unterlassung der Umsetzung scheint einen sinnvoller Weg zu sein, eine veraltete und problematische Planung noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Ich fordere die Deutsche Bahn auf, diesen Weg zu gehen und eine Lösung zu finden, die den Güterverkehr aus den Wohngebieten Frankfurts ableitet“, so Zimmer abschließend.
aktualisiert von Matthias Zimmer, 04.08.2009, 09:26 Uhr |