Buchtipp: Ulrich Teusch, Der Krieg vor dem Krieg. Wie Propaganda über Leben und Tod entscheidet. Frankfurt am Main: Westend Verlag 2019

Sommerzeit, Lesezeit: Diesmal das neue Buch von Ulrich Teusch, und im Interesse von Wahrheit und Wahrhaftigkeit (das zentrale Thema des Buches) sage ich es vorab: Wir kennen uns seit 1982 aus gemeinsamen Tagen in Trier und sind seither befreundet.

Teusch hat schon in einem vorherigen Buch (Lückenpresse, Frankfurt am Main 2016) einen kritischen Blick auf die Medienlandschaft geworfen. Dieses Mal geht es um die Manipulation von Information und die Bedeutung für die Außenpolitik, für Bilder, Perzeptionen, Einschätzungen. Kein unwichtiges Thema dann, wenn es um die Rechtfertigung von Gewalt und Krieg geht! Hier fehle es, so Teusch, an Journalisten, die ihren Auftrag ernst nehmen; allzu häufig werde eine "offizielle" Sprachregelung übernommen, die die Realität verzerrt, manipuliert. Dazu präsentiert Teusch viele Beispiele, etwa aus dem Umfeld des Krieges im Irak und Syrien.

Das Buch ist flott geschrieben und hat für mich auch einiges Neues an Informationen und Erkenntnissen bereit gehalten. Und nein, es verfolgt keine politische Agenda, außer der einen: Dass sich Journalisten eben nicht vereinnahmen lassen sollen. Oder, wie es Adorno einmal formuliert hat (aus dem Gedächtnis zitiert): "Man darf sich nicht dumm machen lassen, weder von der Macht der Anderen noch der eigenen Ohnmacht." Denn letztlich gilt: Der Frieden mag ein Werk der Gerechtigkeit sein, zu dieser gehört aber immer auch die Wahrhaftigkeit.

Fazit: Eine spannende, informative, aktuelle und lesenswerte Sommerlektüre!

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