l. Die politische Lage in Deutschland**

Kurs halten für ein starkes Europa und eine gerechte Welt.

In dieser Sitzungswoche werden wir eine Reihe wichtiger Entscheidungen treffen. So werden wir wichtige Beschlüsse für die Attraktivität des Bundes­wehrdienstes fassen, die Ergänzung der Straßeninfrastrukturfinanzierung angehen und über Maßnahmen zur Stabilität der Eurozone entscheiden. Während von der Opposition wenig zu hören ist, arbeitet die Koalition und wird so ihrer Verantwortung gerecht, dem Land eine gute Regierung zu stellen.

Diese Regierung steht international vor ungeheuren Herausforderungen. Denken wir nur an die Lage im Nahen Osten, in Afrika oder in der Ukraine. Gerade dort zeigt sich, dass Lösungen nur sehr schwer zu erreichen sein wer­den und Rückschläge nicht ausbleiben. Und doch ist es jede Anstrengung wert, sich für die Verbesserung der Lage der Menschen in der Ost-Ukraine einzusetzen. Es ist bewundernswert, mit welchem Einsatz unsere Bundes­kanzlerin sich hier engagiert. Dafür sind wir dankbar.

Wir werden unbeirrt weiter daran arbeiten, dass die Herrschaft des Rechts auch international wieder Raum gewinnt. Rechts- und Wortbruch dürfen sich am Ende nicht auszahlen oder durchsetzen. Frieden und Freiheit brauchen einen langen Atem. Ebenso wie eine nachhaltige Entwicklungspolitik. Afrika ist ein Schwerpunkt. Wir haben dort große Erfolge aufzuweisen. Wir werden uns heute in einer außerordentlichen Sitzung des Geschäftsführenden Vor­stands intensiv mit den außenpolitischen Herausforderungen befassen.

Und doch sind es im Moment eher die aktuellen Probleme, die uns heraus­fordern. Flüchtlinge nehmen wir auf, keine Frage. Wichtiger aber ist, die Ursachen ihrer Flucht zu bekämpfen. Wir müssen ihnen helfen, ihre Heimat zukunftsfest zu gestalten und nicht so tun, als ob diese Herausforderung allein durch eine Aufnahme von Flüchtlingen in Europa gelöst werden könnte.

Auch im Nahen Osten müssen wir Fluchtursachen durch ein entschiedenes Bekämpfen der schrecklichen Gewalt und eine Beendigung des Terrors besei­tigen. Mit großer Sorge erfahren wir, wie die Terroristen zunehmend gezielt gegen Christen vorgehen.

Die Menschen in Deutschland erwarten von uns nüchternes Handeln zugunsten der deutschen und europäischen Interessen. Deswegen stehen wir ein für Wettbewerbsfähigkeit und die Stabilisierung der Sicherheit weltweit. Das ist eine schwierige Herausforderung. Sie verlangt uns Ernst und Ent­schlossenheit ab.

Eurozone auf Kurs halten.

Nach einem zähen Prozess ist die neue Regierung Griechenlands in der Wirklichkeit angekommen und hat sich gegenüber der Euro-Gruppe zu den Verpflichtungen aus dem laufenden Hilfsprogramm bekannt. Griechenland hat zudem eine Verlängerung des Programms beantragt. Über diesen Antrag muss der Deutsche Bundestag entscheiden, was noch im Laufe dieser Woche geschehen soll.

In Abkehr von ihrer Wahlkampfrhetorik hat die griechische Regierung aner­kannt, dass der mit den europäischen Partnern im Hilfsprogramm vereinbarte Reformprozess fortgeführt werden muss. Weitere Gelder aus dem laufenden Programm werden aber nur fließen, wenn die Troika aus Europäischer Kommission (KOM), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) bestätigt, dass die von der neuen Regierung vorgelegten Reformmaßnahmen einen erfolgreichen Abschluss des Programms gewähr­leisten. Die neue griechische Regierung hat sich gegenüber den Euro-Partnern zur Zusammenarbeit mit den drei Institutionen und zu Strukturreformen zur Förderung von nachhaltigem Wachstum und Beschäftigung bekannt.

Das ist gut so. Griechenland muss nun eine Liste der Reformen vorlegen, die es umsetzen will. Es bleibt bei unserem Grundsatz „Solidarität bei Solidität“. Die Mitglieder der Euro-Gruppe haben sich der Herausforderung ihres guten Willens gestellt und dabei zu einer einmütigen Haltung gefunden.

Anders als Griechenland hat Portugal gezeigt, wie man mit kluger Haushalts­führung und Konsolidierung eine eingetretene Schieflage wieder in den Griff bekommt. Das Land plant, schon 2015 einen Teil der 2011 erhaltenden Finanzhilfen an den IWF zurückzuzahlen – und zwar bis zu 14,3 Milliarden Euro. Hierbei beabsichtigt die portugiesische Regierung zunächst die am höchsten verzinsten Verbindlichkeiten zu bedienen. Dabei handelt es sich um die Kredite des IWF.

Nach der Parallelitätsklausel müssten auch die Kredite des EFSF (European Financial Stability Facility) bedient werden, die allerdings deutlich weniger Zinslasten verursachen. Mit der beantragten ausschließlichen Rückzahlung der IWF-Kredite wird also ein wesentlich größerer Entlastungseffekt erzielt, der sich deutlich positiv auf die Verbesserung der Schuldentragfähigkeit Portugals auswirkt. Wichtig ist zudem, dass der IWF in die Nachprogramm­kontrolle eingebunden bleibt. Wir erwarten dadurch insgesamt eine weitere Stabilisierung der Eurozone.

Sorgfältigeren Umgang mit Vermögensanlagen herbeiführen.

Anleger sollen sich vor dem Erwerb risikobehafteter Vermögensanlagen des Grauen Kapitalmarkts besser informieren können. Die jüngsten umfang­reichen Kleinanlegerverluste gehen auf übermäßiges Vertrauen in die Sicher­heit von Anlagen mit hohen Renditeversprechen zurück. Dieses Vertrauen speiste sich aus einer Mischung von breitenwirksamer Werbung, geschickter Vermarktung und unzureichenden Informationen.

Das Kleinanlegerschutzgesetz, das wir in dieser Woche in den Deutschen Bundestag einbringen, ermöglicht es den Anlegern, sich vor dem Erwerb risi­kobehafteter Vermögensanlagen besser zu informieren. Ebenso ist vorge­sehen, die Sanktionsmöglichkeiten gegen Anbieter und Vermittler von Ver­mögensanlagen zu verschärfen. Die zielgerichteten Instrumente dafür reichen von strengeren Prospektpflichten über die Einführung einer Mindestlaufzeit bis hin zu Vermarktungsverboten bestimmter Produkte.

Nicht zuletzt sind auch eine Regelung der Schwarmfinanzierung (crowdfunding) vorgesehen sowie die gesetzliche Verankerung des kollektiven Verbraucherschutzes als ein Aufsichtsziel der Bundesanstalt für Finanz­dienstleistungsaufsicht.

Pkw-Maut sorgt für gerechtere Finanzierung der Straßeninfrastruktur.

Wie schon bei der Lkw-Maut sollen nun auch die Halter von im In- und Aus­land zugelassenen Pkw und Wohnmobilen mit einem Entgelt für die Nutzung von Bundesautobahnen beitragen.

Halter von nicht im Inland zugelassenen Pkw sind nur bei Nutzung der Bundesautobahnen abgabepflichtig, um Belastungen für den sog. Kleinen Grenzverkehr zu vermeiden. Von allen Haltern von in Deutschland zuge­lassenen Pkw ist die Infrastrukturabgabe jeweils für ein Jahr zu entrichten. Für Halter von im Ausland zugelassenen Pkw ist die Abgabe bei der Nutzung des deutschen Autobahnnetzes fällig. Die so zu erwirtschaftenden zusätzlichen Netto-Einnahmen von rd. 500 Mio. Euro pro Jahr werden vollständig und zweckgebunden in die Verkehrsinfrastruktur fließen. Auf diese Weise tragen alle Nutzer der deutschen Fernstraßen zu deren Erhalt bei.

Zuständig für Festsetzung, Verwaltung und Erhebung der Maut soll das Kraft­fahrt-Bundesamt als Behörde des Bundes werden und hierbei die Errichtung und den Betrieb des Systems zur Erhebung auf private Betreiber übertragen. Für die Kontrolle der Einhaltung der Pflicht zur Entrichtung der Infrastruktur­abgabe soll das Bundesamt für Güterverkehr zuständig sein.

Nachhaltige Entwicklung weltweit.

Deutschland engagiert sich in enger Zusammenarbeit mit der internationalen Staatengemeinschaft für die Bekämpfung der Armut, für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, für eine faire Gestaltung der Globalisierung und für den Erhalt der Umwelt und der natürlichen Ressourcen. Eines der wichtigsten Instrumente, um diese Ziele zu erreichen, ist die Entwicklungs­zusammenarbeit. Im sog. entwicklungspolitischen Superjahr 2015 werden die übergreifenden und bis dato geltenden Ziele der internationalen Entwick­lungszusammenarbeit ‑ die Millenium Development Goals (MDG) aus dem Jahr 2001 ‑ reformiert.

Auf der Basis einer Unterrichtung der Bundesregierung über ihre „Agenda für den Wandel zu nachhaltiger Entwicklung weltweit“ debattieren wir in dieser Woche darüber, wie diese Ziele ab 2015 umgesetzt werden können. Die bis­herigen MDG sollen durch universelle Nachhaltigkeitsziele ‑ Sustainable Development Goals (SDG) ‑ abgelöst werden. Die SDG sollen von der Vollver­sammlung der Vereinten Nationen im September 2015 verabschiedet werden und werden die globale Politik im Allgemeinen und die Entwicklungspolitik im Besonderen für mehrere Jahre maßgeblich prägen. Es handelt sich somit um eine entscheidende Weichenstellung, an der Deutschland sich aktiv betei­ligt, weil ein Gelingen dieser Politik von größter Bedeutung auch für unser Land ist.

ll. Die Woche im Parlament

Gesetz zur Einführung einer Infrastrukturabgabe für die Benutzung von Bundesfernstraßen. Den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einführung einer Infrastrukturabgabe, der sogenannten Pkw-Maut, beraten wir in erster Lesung.

Zweites Verkehrsteueränderungsgesetz (VerkehrStÄndG 2). Der Gesetz­entwurf der Bundesregierung, den wir in erster Lesung beraten, sieht Ent­lastungen bei der Kfz-Steuer vor, die der Höhe der neuen Infrastrukturabgabe entspricht. Damit wird eine Doppelbesteuerung verhindert und der Übergang von der steuerfinanzierten zur nutzerfinanzierten Infrastruktur ermöglicht. Daneben sollen technische Anpassungen bei der Kfz-Steuer umgesetzt wer­den, die aus der Übernahme der Verwaltung der Kfz-Steuer durch den Zoll zum 1. Juli 2014 resultieren.

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung global gestalten – Post 2015-Agenda auf den Weg bringen. Wir debattieren den Antrag der Koalitions­fraktionen zu den neuen globalen Entwicklungszielen, welche die Vereinten Nationen im September 2015 beschließen wollen und setzen uns dabei etwa für die entwicklungspolitische Kohärenz unterschiedlicher Politikbereiche ein.

**Eine Agenda für den Wandel zu nachhaltiger Entwicklung weltweit – Die deutsche Position für die Verhandlungen über die Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung. **Die Bundesregierung unterrichtet das Parlament über die Grundlinien des Post-2015-Prozesses, das bisher Erreichte, die weitere Verhandlungslinie sowie über die Vorbereitungen zur Umsetzung der Post-2015-Agenda in Deutschland.

Finanzhilfen zugunsten Griechenlands; Verlängerung der Stabilitätshilfe Einholung eines zustimmenden Beschlusses des Deutschen Bundestages nach § 3 Absatz 1 i. V. m. § 3 Absatz 2 Nummer 2 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes auf Verlängerung der bestehenden Finanzhilfefazilität zugunsten der Hellenischen Republik. Wir beraten und beschließen über den Antrag, das Hilfsprogramm für Griechenland für bis zu vier Monate zu verlängern.

Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der EU-geführten Ausbildungsmission EUTM Mali auf Grundlage des Ersu­chens der malischen Regierung sowie der Beschlüsse 2013/34/GASP und 2013/87/GASP des Rates der Europäischen Union (EU) vom 17. Januar 2013 und vom 18. Februar 2013 in Verbindung mit den Resolutionen 2071 (2012), 2085 (2012) und 2100 (2013) des Sicherheitsrates der Ver­einten Nationen sowie 2164 (2014) vom 25. Juni 2014. Nach abschließen­der Beratung liegt der Antrag der Bundesregierung, den deutschen Beitrag zu der weiter bestehenden EU-geführten Ausbildungsmission in Mali zu ver­längern, zur namentlichen Abstimmung vor. Wenngleich sich die Lage in Mali verbessert hat, ist der Norden des Landes noch nicht befriedet und noch im­mer leiden das Land und seine Bevölkerung unter den Folgen der Aus­einandersetzungen mit den radikalen Islamisten. Mehr als 200.000 Menschen befinden sich auf der Flucht. 2,8 Millionen Menschen in ganz Mali haben keine verlässliche Lebensmittelversorgung. Die Mission zielt daher darauf ab, die malische Regierung bei der fortschreitenden Stabilisierung des Landes zu unterstützen. Insbesondere muss das malische Militär in die Lage versetzt werden, selbst die Sicherheit im Land gewährleisten zu können. Die deut­schen Streitkräfte leisten hierzu im Rahmen der Mission mit Ausbildung und fachlicher Beratung einen wesentlichen Beitrag. Da Deutschland ab August die Führungsverantwortung der Mission übernehmen soll, wird außerdem die Mandatsobergrenze auf bis zu 350 Soldaten angehoben.

**Portugal; Vorzeitige teilweise Rückzahlung von IWF-Finanzhilfe; Ein­holung eines zustimmenden Beschlusses des Deutschen Bundestages nach § 3 Absatz 2 Nummer 2 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes. **Wir stimmen dem Antrag der Bundesregierung zu, Portugal eine einmalige Genehmigung zur vorzeitigen Teilrückzahlung seiner Verbindlichkeiten ge­genüber dem IWF zu genehmigen.

Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr (Bundeswehr-Attraktivitätssteigerungsgesetz – BwAttraktStG). In zweiter und dritter Lesung beschließen wir über 20 konkrete Einzelmaßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr. Drei Kern­bereiche der Streitkräfte sind hiervon berührt, nämlich die Arbeits­bedingungen, die Vergütungen und die sozialen Absicherungen. Wir stellen auf diese Weise sicher, dass der Dienst in unseren Streitkräften weiterhin eine ausreichende Anzahl von Bewerbern anspricht.

**Kleinanlegerschutzgesetz. **Wir beraten in erster Lesung einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, der den Verbraucherschutz beim Erwerb risiko­behafteter Vermögensanlagen stärkt. Gesetzeslücken werden geschlossen und die Anforderungen an die Anbieter und Vermittler solcher Anlagen verschärft – unter anderem durch verstärkte Sanktionen bei Fehlverhalten und die Ver­besserung der bereitgestellten Informationen. Diese erhöhte Transparenz hilft dabei, dass Anleger sich künftig zielgerichteter informieren und Risiken bes­ser einschätzen können.

Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten (GVVG-Änderungsgesetz –
GVVG-ÄndG).
Wir beraten in erster Lesung einen Gesetzentwurf, der die Resolution der Vereinten Nationen vom 24.9.2014 in deutsches Strafrecht umsetzen soll. Die vorgeschlagenen Änderungen ergänzen das bestehende Instrumentarium hinsichtlich der Strafbarkeit einer schweren staats­gefährdenden Gewalttat. Insbesondere soll das Gesetz Voraussetzungen dafür schaffen, Dschihadisten, die sich bewaffneten Kämpfern etwa in Syrien oder dem Irak anschließen wollen, wirkungsvoll verfolgen und inhaftieren zu können. Schon die Absicht, sich in einem Terrorcamp ausbilden zu lassen, ist strafbar. Gleiches gilt für den Versuch einer Reise, wenn diese in der Absicht unternommen wird, eine schwere staatsgefährdende Straftat zu begehen oder eine solche vorzubereiten. Zudem werden die Vorschriften gegen die Finan­zierung terroristischer Straftaten in einer neuen Norm zusammengefasst.

Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2013/34/EU des Europäischen Par­laments und des Rates vom 26. Juni 2013 über den Jahresabschluss, den konsolidierten Abschluss und damit verbundene Berichte von Unter­nehmen bestimmter Rechtsformen und zur Änderung der Richtlinie 2006/43/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Auf­hebung der Richtlinien 78/660/EWG und 83/349/EWG des Rates (Bilanz­richtlinie-Umsetzungsgesetz – BilRUG). Wir beraten einen Gesetzesentwurf in erster Lesung, mit dem die EU-Bilanzrichtlinie in deutsches Recht um­gesetzt wird. Die Richtline beinhaltet vor allem eine Anhebung der Schwellenwerte für die Einordnung als kleine, mittelgroße und große Kapital­gesellschaften und von Konzernen, was die Unternehmen im Bereich der Bürokratie spürbar entlastet. Darüber hinaus werden der Katalog der Mindest­angaben im Anhang zum Jahresabschluss für kleine Kapitalgesellschaften reduziert und Erleichterungen der Rechnungslegungsvorschriften für sehr kleine Genossenschaften ausgeweitet. Einen Beitrag zur Korruptions­bekämpfung leistet das Gesetz, indem Regelungen für Unternehmen des Rohstoffsektors und der Primärwaldforstwirtschaft aufgenommen werden, die Transparenz über Zahlungen an staatliche Stellen verlangen.

Fünftes Gesetz zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze (5. SGB IV-ÄndG) [Optimiertes Meldeverfahren]. In zweiter und dritter Lesung beschließen wir Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität und der Verfahrenssicherheit durch die Überarbeitung des Meldeverfahrens in der sozialen Sicherung. Das Gesetz modernisiert etwa die Regelungen etwa zur Entgeltbescheinigung, zur Meldung von Daten für die Beitragsberechnung der Unfallversicherung, zur Rentenversicherung sowie zum Unfallversicherungsschutz von Kindern und Jugendlichen.

Gesetz zu dem Abkommen vom 5. Dezember 2014 zwischen der Bundes­republik Deutschland und der Republik Polen zum Export besonderer Leistungen für berechtigte Personen, die im Hoheitsgebiet der Republik Polen wohnhaft sind. Wir beraten abschließend über das Abkommen über Zahlungen von sogenannten Ghettorenten. Das Abkommmen durchbricht mit der Übernahme dieser Zahlungen durch die Bundesrepublik Deutschland einmalig das Prinzip der Lastenverteilung zwischen den Staaten nach Wohn­sitz. Eine Lücke bei der Auszahlung der im letzten Jahr vereinbarten sog. Ghettorenten wird so geschlossen.

Bildung in Deutschland gemeinsam voranbringen, Lehren aus dem nati­onalen Bildungsbericht 2014 ziehen, Chancen der Inklusion nutzen. Wir debattieren die unterschiedlichen Folgerungen der Fraktionen zum Bildungs­bericht, der das Schwerpunktthema „Menschen mit Behinderung im Bildungssystem“ behandelte. Für die Koalition steht fest, dass wir im Bereich behinderungskompensierender Technologien Forschungsbedarfe identi­fizieren und Forschungsprojekte für die Entwicklung von Strategien mit dem Schwerpunkt Lernmaterialen und Unterrichtshilfen für Kinder mit  einer Behinderung fördern müssen. Wichtig ist zudem die Aus-, Weiter- und Fort­bildung des Personals.

Drittes Gesetz zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes. Der Gesetzentwurf, den wir in erster Lesung beraten, soll die notwendige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur und die umweltpolitische Lenkungs­wirkung der Lkw-Maut sicherstellen und vertiefen. Hierzu soll die Mautpflicht zum 1. Juli 2015 auf weitere 1.100 Kilometer vierstreifiger Bundesstraßen ausgedehnt und die Mautpflichtgrenze zum 1. Oktober 2015 von 12 auf 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht abgesenkt werden.

lll. Daten und Fakten

Erwerbsquote von Frauen stark gestiegen. Frauen nehmen auf dem deut­schen Arbeitsmarkt eine immer wichtigere Rolle ein: Die Erwerbsquote der Frauen stieg in Deutschland seit 1995 um rund zehn Prozentpunkte – die der Männer hingegen um etwa einen Prozentpunkt. Im Jahr 2013 waren 46 Prozent aller Erwerbstätigen im Land weiblich. Da aber weiterhin mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten, lag ihr Anteil am Arbeitsvolumen weiterhin niedriger - bei rund 40 Prozent. Im Jahr 2013 arbeitete fast jede zweite erwerbstätige Frau in Teilzeit, bei den Männern jeder neunte. Insge­samt waren noch nie so viele Frauen in Deutschland erwerbstätig wie heute. Zwischen 1995 und 2013 stieg die Zahl der erwerbstätigen Frauen von 15 auf 18 Millionen. Die Zahl der männlichen Erwerbspersonen stieg über denselben Zeitraum nur leicht - von 22,4 auf 22,9 Millionen. Während die Bereitschaft der Frauen zur Teilnahme am Arbeitsleben in den vergangenen zwei Jahr­zehnten über alle Altersstufen und Qualifikationsklassen hinweg zunahm, stieg die sogenannte Erwerbsneigung bei den Männern im Wesentlichen nur in der Gruppe ab 55 Jahren.
(Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung)

Güterverkehrsaufkommen so hoch wie nie. Nach vorläufigen Schätzungen ist im Jahr 2014 in Deutschland das Transportaufkommen im Güterverkehr gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent auf 4,5 Milliarden Tonnen gewachsen. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2008 um 0,4 Prozent übertroffen. Besonders hoch waren die Zuwächse im Straßenverkehr (+3,7 Prozent) und der Seeschifffahrt (+2,4 Prozent). Binnenschifffahrt und Luftfahrt konnten ebenfalls leicht zulegen. Auf der Schiene wurden hingegen 2,4 Prozent weniger Güter als im Vorjahr befördert. Hier waren die Rückgänge während der Tarifstreiks im Oktober und November besonders hoch.
(Quelle: Statistisches Bundesamt)

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