Berlin, 22. Juni 2017: Der Deutsche Bundestag hat diesen Donnerstag das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe verabschiedet. Der Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Zimmer erklärte, nachdem mehr Bedürftige mehr Leistungen in der Altenpflege beziehen, sorge der Gesetzgeber nun dafür, dass auch bei steigender Anzahl Pflegebedürftiger ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. Vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels in der Pflege und einer sinkenden Zahl an Schulabsolventen sei eine Stärkung und Aufwertung des Pflegeberufs dringend erforderlich. Zudem verändere sich der Pflegealltag immer schneller. Die Zahl der Menschen in Pflegeeinrichtungen, die chronisch krank seien oder an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden, nehme zu.

„Um die Pflegeberufe attraktiver zu machen, starten wir ab 2020 einen Praxistest und lassen eine Zeit lang mehrere Ausbildungswege zu. Alle Pflege-Auszubildenden werden die ersten zwei Jahre lang gemeinsam ausgebildet. Danach können sie sich entscheiden, ob sie sich im dritten Jahr auf Kinderkranken- oder Altenpflege spezialisieren oder ob sie Generalisten bleiben möchten. Uns war wichtig, dass die drei Berufsabschlüsse – insbesondere in der Alten- und Kinderkrankenpflege – erhalten bleiben und gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Auszubildenden sollten die größtmögliche Freiheit haben, selbst zu entscheiden, welches der beiden Modelle das bessere ist.

Unsere große Sorge war, dass der Nachwuchs ausbleibt, weil Schüler mit Hauptschulabschluss mit der neuen Ausbildung überfordert sein könnten. Es ist nun vorgesehen, dass Pflegeschüler, die nach zwei Jahren die Ausbildung mit einer Prüfung beenden, zukünftig als Pflegeassistenten arbeiten können. Positiv ist auch, dass das Schulgeld in der Altenpflege der Vergangenheit angehört. Dies ist ein wichtiger Beitrag, dem Fachkräftemangel in der Pflege wirksam zu begegnen“, betonte Zimmer.

In dem Gesetz würden erstmals pflegerische Aufgaben definiert, welche für die Pflegequalität und den Patientenschutz von besonderer Bedeutung und deshalb allein dem Pflegepersonal vorbehalten sind. „Durch die Festschreibung der Kompetenzen wird das Berufsbild deutlich aufgewertet. Die neue Berufsausbildung steht weiterhin Schülern mit einer zehnjährigen abgeschlossenen Schulbildung offen. Das Schulgeld entfällt künftig für alle Auszubildenden. Auch bei Umschulungen zur Pflegekraft übernehmen die Arbeitsagenturen und Jobcenter zukünftig die Lehrgangskosten dauerhaft. Bislang war dies zeitlich befristet“, erklärte Zimmer.

Mit der Einführung einer hochschulischen Pflegeausbildung werde ein weiteres wichtiges Signal zur Aufwertung des Pflegeberufs gesetzt. „Dadurch, dass sich den Studenten zusätzliche Karrierewege erschließen, werden neue Zielgruppen angesprochen. Das berufsqualifizierende Studium vermittelt neben den Inhalten der Pflegeausbildung Kenntnisse über die Gestaltung von Pflegeprozessen oder die Entwicklung von Qualitätsmanagementkonzepten“, so Zimmer abschließend.

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