Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass man viele dieser Einwände durch die Idee eines subsidiären Mindestlohns oder - anders formuliert - eines gesetzlichen Mindestlohns mit
einer tariflichen Öffnungsklausel entkräften kann. Die Tarifpartner könnten den
Mindestlohn für Regionen, Branchen oder für eine gewisse Zeit außer Kraft setzen. Sie
müssten sich aber gegenüber dem gesetzlichen Mindestlohn rechtfertigen, der den
Charakter einer auch normativ zu verstehenden Setzung trägt. Begründungspflichtig wäre
dann die Unterschreitung des subsidiären Mindestlohns, nicht der Mindestlohn selbst.

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