Bundestagsabgeordneter Dr. Zimmer über Fortschritt und Erwerbsarbeit
 
Die Enquete-Kommission des Bundestages zu „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ soll herausfinden, wie Fortschritt aussehen könnte, der weniger Ressourcen als heute verbraucht. Das menschliche Wohlbefinden zu verstehen und dadurch die Lebensqualität zu verbessern, ist auch Ziel der Studiengänge Gesundheitsförderung an die Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Es lag daher nahe, einen kompetenten Vertreter der Bundestagskommission einzuladen. Mit Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Zimmer stellte sich sogar der stellvertretenden Vorsitzende des Gremiums den kritischen Fragen eines soziologischen Seminars.
 
In seinem Vortrag ging Dr. Zimmer zunächst auf die Entwicklung, aber auch die Brüche des europäischen Fortschrittsbegriffs ein. Die mühelose Gleichsetzung von technischem Fortschritt und sittlicher Vervollkommnung sei gebrochen. Um den gegenwärtigen Ressourcenverbrauch Deutschlands dauerhaft aufrecht zu erhalten, bräuchten wir rein rechnerisch 2,8 Erden. Damit werde deutlich, dass ein neues Verständnis von Wohlstand und Wachstum entstehen müsse.
 
Dies müsse aber keineswegs nachteilig für Lebensqualität sein. Schließlich seien die Menschen nicht nur Konsumenten. Dr. Zimmer forderte einen sittlichen reichhaltigeren Fortschrittsbegriff. Eine solche Neuausrichtung müsse nicht nur nachhaltig sein, sondern auch den ganzen Menschen sehen. Der auch gerade auch in der Politik geäußerten Forderung nach Wachstum um jeden Preis könne er sich nicht anschließen.
 
Dem Vortrag schloss sich eine Diskussionsrunde an, in der MdB Zimmer auch aus der praktischen Arbeit der Kommission berichtete. So werde an neuen Wohlstandsmessern gearbeitet, die nicht nur auf das ökonomische Wachstum abzielten.

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